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Die Pfarrnachrichten ab dem 28. August finden Sie nun im Pfarrnachrichten-Archiv.

(Diakon Dr. Gregor Lohrengel 14. und 15. November 2015)

 

             

         

 

 

Liebe Gemeinde,

wenn jemand ins Fußballstadium auf  Schalke will, benötigt er eine Eintrittskarte. Diese  ist teuer und manchmal schwer zu bekommen. Aber ohne Karte kein Eintritt. Die Taufe ist gewissermaßen die "Eintrittskarte" zur Kirche. Sie ist das erste Sakrament, das ein Katholik empfängt. In der Taufe wird der Mensch nach christlichem Glauben Kind Gottes und Mitglied der Kirche.

 

Früher kam es ziemlich oft vor, dass Eltern wenige Tage nach der Geburt ihres Kindes möglichst bald einen Tauftermin vereinbart haben. Es war durchaus üblich, dass das Kind bereits im Krankenhaus getauft wurde.

Begründung: ". . . wenn dem Kind mal was passieren sollte!"

Die Taufe wurde vor allem als Akt individueller Erlösung angesehen:

bis zur Taufe unerlöst, von der Taufe an erlöst und damit gesichert gegen die Schicksalsschläge des Lebens, vor allem gegen solche, die das Kind "auf ewig" von Gott trennten.

 

Auch wenn dahinter sicher eine gute Absicht steckte, so war das Gottesbild doch ziemlich seltsam:  Schützt Gott denn nur getaufte Kinder? Überlässt er die anderen Kinder einem blinden Schicksal?  Unvorstellbar!

Gott ist kein Ordner, der die Taufe wie die die Eintrittskarte auf Schalke kontrolliert, bevor er das Stadion bzw. den Himmel öffnet.

 

Es fehlte vor allem der Bezug zur Gemeinschaft der Glaubenden – der Kirche.

Bei diesem Verständnis des Tauf-Sakramentes war es eigentlich ganz unwichtig, ob auch die Gemeinde irgendwie anwesend war, zu der das Kind dann von der Taufe an gehören würde. Selbst die Mutter war manchmal bei der Taufe gar nicht dabei, obwohl sie doch die "erste Zeugin des Glaubens" für ihr kleines Kind ist.

 

Deshalb betonen wir heute, dass die Taufe kein Privatsakrament ist, sondern zunächst die feierliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Glaubenden.

Der Täufling wird in die Reihe derer aufgenommen, bei denen Jesus Christus gegenwärtig ist; denn "wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen", sagt Jesus. Diese Gemeinschaft beginnt für den Täufling hier auf der Erde, endet aber nicht mit seinem Tod, sondern wird im Himmel bei Gott vollendet. Aus diesem Grund wird während der Tauffeier häufig auch eine Heiligenlitanei gebetet. Wir treten ein in die Gemeinschaft der Heiligen, die ganz nahe bei Gott sind. So ist es auch sinnvoll, dass die Taufe nicht "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" vollzogen wird, sondern in der Kirche als dem Ort der geistlichen Heimat des Täuflings.

 

Trotzdem halten wir am Brauch der Kindertaufe fest. Die Eltern legen den Namen des Kindes fest und bitten um seine Taufe. Gemeinsam mit den Paten versprechen sie, für die christliche Erziehung zu sorgen. Sie segnen -oft mit allen anderen anwesenden- den Täufling mit dem Zeichen des Kreuzes.

Sie bejahen stellvertretend für den Täufling die christlichen Glaubenssätze

und widersagen dem Bösen.

 

Wer sich als Erwachsener taufen lässt, durchläuft vor der Taufe ein Katechumenat. Im Katechumenat lernen die Taufanwärter unter Anleitung erfahrener Christen christlichen Glauben und Lebensstil kennen. Lebenserfahrungen werden dann im Gespräch mit dem Glauben in Verbindung gebracht. Dabei geht es um ein "Glauben lernen" mit allen Sinnen - ausgerichtet an der Liturgie und am Leben. Das Katechumenat  kann mit einer Feier beginnen, in der die Taufanwärter mit einem besonderen, vom Bischof geweihten Katechumenenöl gesalbt werden.

 

Ich vollziehe diesen Ritus gerne auch an unseren kleinen Taufbewerbern, die den Glauben erst in den kommenden Jahren lernen werden.

„Wir salben dich mit dem Öl des Heiles auf der Brust,

damit du Christus in dein Herz einschließt,

wir salben deine Hände, damit du sie öffnest zum Frieden

und handelst im Namen Jesu unseres Herrn,

wir salben deine Füße,

damit du Jesus auf deinem ganzen Lebensweg nachfolgest.“

 

Die Taufe ist ein Sakrament, das nicht "rückgängig" gemacht werden kann.

Auch wer in späteren Jahren formal seinen Austritt aus der Kirche erklärt, bleibt dennoch getaufter Christ. Sakramente werden gern "Heilsmittel" der Kirche genannt. Sie wurden durch Jesus Christus eingesetzt und werden unter Verwendung äußerer Zeichen gespendet.

 

Die Einsetzung der Taufe durch Jesus Christus ist am Ende des Matthäus-Evangeliums(Mt 28,19) berichtet:

“Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.

Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

 

Äußere Zeichen bei der Taufe gibt es mehrere: Das wichtigste äußere Zeichen ist das Wasser, mit dem der Täufling übergossen wird. Es symbolisiert das neue Leben, das jetzt beginnen und wachsen soll, Der Täufling tritt in eine neue Welt ein, in der jeder Durst gestillt wird und es den Tod nicht mehr gibt.

 

Die Taufe zur Reinigung von Sünden wurde von Johannes dem Täufer im Jordan auch an Jesus selbst vollzogen. Sie ist nicht mit der Aufnahme in eine Gemeinschaft verbunden und unterscheidet sich in dieser Einengung von unserer christlichen Taufe, auch wenn das neue Leben des Täuflings natürlich ohne Sünden beginnt. Die Befreiung von der Erbsünde war früher das treibende Motiv für die vorhin angesprochene frühzeitige Säuglingstaufe. Aber wäre es denn wirklich denkbar, dass alle Menschen, auch die neugeborenen Kinder, durch bloße Vererbung Sünder sind? Haben sie die Gemeinschaft mit Gott verloren, nur weil die ersten Menschen im Paradies einen Apfeldiebstahl begangen haben?

 

Heutige Theologen (zum Beispiel Peter Knauer) interpretieren die Erbsünde eher als die dem Menschen angeborene Angst um sich selbst. Sie wollen sich selber absichern und wehren können gegen alles, was als Bedrohung oder Beschränkung der eigenen Existenz angesehen wird. Solche Angst um Leben und Gesundheit, Anerkennung und Prestige, Erfolg und Einfluss kennen wir aus dem eigenen Leben und dem unserer Zeitgenossen nur allzu gut. Diese Angst um sich selbst ist wohl das Grundproblem menschlichen Zusammenlebens:

Menschen werden immer wieder unmenschlich im Umgang miteinander.

Auch das Verhältnis zu Gott ist dadurch heillos gestört: Wo der Mensch die Sicherungen seines Lebens nur bei sich selbst sucht, setzt er sich an Gottes Stelle. Da "will er wie Gott sein" – so wie Adam und Eva im Paradies.

 

Geweihtes Wasser finden wir in jeder katholischen Kirche. Es erinnert an die eigene Taufe, wenn sich der Christ mit Weihwasser beim Betreten einer Kirche bekreuzigt oder wenn er mit Weihwasser im sonntäglichen Gottesdienst und vor allem in der Osternacht besprengt wird.

 

Das nächste Zeichen, die Salbung mit dem Chrisam, spricht dem Neugetauften den  Heiligen Geist und eine unverlierbare Menschenwürde zu.

Mit Chrisam werden seit Jahrtausenden schon Könige und Propheten gesalbt. Der Neugetaufte ist nicht der letzte von uns und muss sich nicht erst hochdienen.

Er wird wie ein König von uns aufgenommen.

 

Ein weiteres Zeichen ist das weiße Kleid, das dem Täufling angezogen wird.

Es hat natürlich seine praktische Bedeutung verloren, da die Täuflinge in der Regel nicht mehr in großen Becken, die man heute noch besichtigen kann, untergetaucht wurden. Ich selbst habe gesehen, wie Erwachsene am Ausfluss des Sees Genezareth im Jordan durch Untertauchen getauft wurden.

Diese sind nachher natürlich ganz nass. Sie haben dann dieses weiße Kleid neu angezogen und auch als Zeichen ihres Glaubens getragen. Das weiße Taufkleid ist heute ein Symbol, das biblisch auf einen Vers des Galaterbriefs gründet.

Paulus schreibt: "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angezogen." (Gal 3,27)

Weiß ist außerdem ein Symbol für Reinheit und Unschuld. Die Farbe Weiß weißt so auf die Vergebung der Sünden durch die Taufe hin.

 

Weiterhin ist es üblich, eine Taufkerze anzuschaffen. Diese wird an der Osterkerze angezündet. Das Licht, die Kerze und insbesondere die Osterkerze ist ein altes Symbol für Christus. Christus das Licht erleuchtet die dunkle Welt und wird von der Osterkerze an alle anderen weitergegeben. Der Täufling empfängt das Licht Christi. Sein Feuer wird in dem jungen Christen entzündet.

Die Taufkerze kann den Christen sein Leben lang begleiten – über die Erstkommunion, die Firmung, die Hochzeit bis zur Beerdigung.

 

Wenn eine Taufe während einer heiligen Messe oder gar in der Osternacht durchgeführt wird, ist sie ja in den Gottesdienst eingebettet. Dieser enthält alle noch notwendigen Elemente, die bei einem speziellen Taufgottesdienst noch hinzugefügt werden. Das ist vor allem die Begrüßung mit dem Zeichen des Kreuzes, das Hören auf Gottes Wort im Evangelium, das Anrufen des Heiligen Geistes, der in allen Sakramenten wirkt sowie das Gebet des Herrn, das Vater unser. Die Fürbitten für den Täufling und seine Familie gehören genau so dazu, wie das Herabrufen von Gottes Segen nicht nur auf das Kind sondern auch auf Eltern und Paten.

 

Spezielle Taufgottesdienste ermöglichen das Eingehen auf die besondere Lage des Täuflings und seiner Familie. Die Taufgemeinde kann viel intensiver durch die Zeichen der Liturgie mitgenommen werden als in einem Gemeinde- gottesdienst. Es können auch persönliche Wünsche besser erfüllt werden, wie der Vortrag einer besonders passenden Geschichte und eines die Taufgemeinde besonders ansprechenden Evangeliums. Häufig ist dieses verbunden mit einem Taufspruch, der im Anschluss an die Taufe dem Täufling zugesagt werden kann. Immer wieder werden auch Kreuze und andere christliche Geschenke für den Täufling gesegnet. Meistens ist die Zahl der bei diesen Taufgottesdiensten anwesenden Teilnehmern so hoch, dass schon eine echte Gemeinde anwesend ist und man nicht nur von einer Privattaufe sprechen kann. Ich freue mich, dass wir in der Regel auch immer Messdiener bei den Taufgottesdiensten dabei haben, die nicht nur die notwendigen Dienste übernehmen, sondern auch die ganze große Gemeinde repräsentieren.

Schön finde ich auch den in einigen Gemeinden praktizierten Brauch, dass Mitglieder des Gemeinderates an diesen Taufgottesdiensten teilnehmen und anschließend auch ein kleines Geschenk der Gemeinde überreichen.

Trotzdem sollten immer wieder einmal auch Taufen in den Heiligen Messen vorkommen. Besonders geeignet wären vielleicht die Familienmessen und ganz sich die Feier der Osternacht.

 

Obwohl es bereits in der Katholischen Kirche unterschiedliche Praktiken gibt und sich die Praxis der anderen Konfessionen noch mehr unterscheiden kann, wird in der aktuellen ökumenischen Diskussion der alle Christen verbindende Charakter der Taufe betont. Es lohnt sich, diesen Weg weiter zu beschreiten, um die Einheit der Christen stückweise wieder herzustellen.

 

Ich freue mich, dass es in unseren Gemeinden in Lembeck und Rhade  so vielen Familien wichtig ist, ihre Kinder taufen zu lassen. Die Eltern sind überzeugt davon, dass ihren Kindern die Taufe gut tut. Und damit haben sie den eigentlichen Kern erfasst: Christsein tut einem gut, auch wenn man nicht jeden Sonntag zum Gottesdienst geht.

AMEN.

Öffnungszeiten Pfarrbüros

St. Urbanus Rhade

(Frau Brunhilde Weninger)

Mo., Mi. + Do.:   09.00– 11.30 Uhr

Fr.                      15.00– 17.00 Uhr

Tel. 02866-4152 / Fax: 02866-189359

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St. Laurentius, Lembeck

(Frau Jutta Kölnberger)

Mo., Mi. + Fr.:    08.00 -11.30 Uhr

Di. + Mi.:            15.00-17.00 Uhr

Tel. 02369-7106 / Fax: 02369-77697

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regelmäßige Sonntagsgottesdienste

Rhade

St. Ewald: Samstags, 17:30 Uhr

St. Urbanus: Sonntags, 11:00 Uhr


Lembeck

Michaelisstift: Sonntags, 8:00 Uhr

St. Laurentius: Samstags, 19:00 Uhr

St. Laurentius: Sonntags, 9:30 Uhr

nächstgelegene Sonntag Abend Messe

St. Remigius Borken

Sonntags, 18:00 Uhr

(NICHT am 1. Weihnachts-, Oster- oder Pfingsttag, Patronatsfest)

 

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